Interview: TSV-Coach Rolf Nußbaum

Saison 2006/07 - Stadtderby gegen den SC Riesa

Wie ist der Kontakt zum TSV Stahl Riesa zu Stande gekommen?

Nußbaum: "Nach meiner Trennung von Trachenberge empfahl mir Jens Jahn von der SZ den TSV."

Welche Eindrücke haben Sie bis jetzt von unserem Verein?

Nußbaum: "Den TSV Stahl Riesa halte ich für einen aufstrebenden Verein, bei dem vieles machbar scheint. Wenn der Verein den Blick für das Wesentliche nicht verliert, kann es hoch hinausgehen in den nächsten Jahren. Man darf aber nicht erwarten, dass es ohne Unterbrechung so rasant mit den Aufstiegen geht, wie in den letzten Jahren. Die Luft wird oben natürlich dünner und die Konkurrenz um die Aufstiegsplätze größer."

In welchem Zustand haben Sie die Mannschaft übernommen?

Nußbaum: "Ich habe eine Mannschaft übernommen, die geprägt ist von individueller Klasse wie wahrscheinlich keine zweite in unserer Staffel. Davon hat meines Erachtens die Truppe in den letzten Jahren gelebt. Aber ich konnte auch eine gewisse Verunsicherung feststellen, die Spieler selbst haben mir gesagt, dass es ihnen an Selbstvertrauen fehlt. Außerdem sehe ich noch keine unbedingte spielerische Einheit auf dem Platz. Diese ist z.B. in Heidenau, aber auch in diesem Jahr in Hellerau systematisch aufgebaut worden."

Wo wollen Sie am Ende der Saison mit der Mannschaft stehen?

Nußbaum: "Wenn jeder Spieler von sich am Ende des Spieljahres von sich behauptet, er sei persönlich weitergekommen, habe ich alles richtig gemacht. Wenn es uns gelingt bis zum Rückrundenstart die oben zitierte Einheit hinzu zubekommen, und wir der individuellen Klasse auch noch Struktur in unserem Spiel folgen lassen, werden wir im nächsten Jahr in der Bezirksliga spielen."

Woran muss noch gearbeitet werden um dieses Ziel zu erreichen? Sind Verstärkungen im Mannschaftskader notwendig?

Nußbaum: "Wie gesagt, in allererster Linie fehlt der Mannschaft Struktur, eine Handschrift. Sofort umsetzen muss das Team meine Vorgaben bezüglich der internen Hackordnung. Da müssen insbesondere die Jüngeren verstehen, dass sie sich erstmal hinten anstellen müssen und damit meine ich nicht die Aufstellung für die Startelf, da sind die Chancen für alle gleich. Manche Dinge sind jedoch eben nicht diskussionsfähig und müssen auf Ansage auch mal ohne Nachfrage und ellenlanges Lamentieren gemacht werden. Ansonsten sind Verstärkungen in unserer Liga immer gut, die Frage ist aber, wie man solche Verstärkungen gestaltet und in ein schon recht erfolgreiches Team einbindet. Die im Gespräch befindlichen Namen sollten uns aber weiterhelfen auf dem Weg, unsere Ziele zu erreichen. In allererster Linie vertraue ich aber meinen vorhandenen Spielern."

Ist auch für Sie als "neuer Mann" in Riesa das Spiel gegen den SC Riesa ein besonderes Spiel?

Nußbaum: "Natürlich bekomme ich die Spannung mit, die im Umfeld des Derbys herrscht. Allerdings müssen wir unsere Hausaufgaben gegen all' die anderen Teams aus der Liga machen, sonst besteht die Gefahr, dass wir vielleicht das Derby gewonnen haben, aber das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren. Die Bezirksklasse Staffel 4 besteht eben nicht nur aus dem SC und dem TSV Stahl Riesa. Von daher ist dieses Spiel für mich als Trainer ein Spiel, wie jedes andere auch."

Ihr Tipp für das Stadtderby?

Nußbaum: "Sollte die Mannschaft meine Vorgaben umsetzen, wird es einen Sieg mit zwei Toren Unterschied für unsere Farben geben. Ein 3:1 ist wahrscheinlich."
Das Interview führte: S. Schwurack
Inhalt-Abschluß-Grafik TSV Stahl Riesa
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